Virtuelle Eröffnung des QM-Büros Harzer Str.

Es geschah an einem Samstagnachmittag, am 8. Mai 2021: Die Eröffnung des Büros des Quartiersmanagements Harzer Straße. Geladen waren Personen aus Senats- und Bezirksverwaltung, Einrichtungen aus dem Kiez und viele Anwohnende. Gastgeber war natürlich das QM-Team, das virtuell seine ganz realen Räumlichkeiten zeigteund seine festen Absichten für das Gebiet vorstellte.

Der 8. Mai ist ein geschichtsträchtiges Datum: An dem Tag erinnert man in vielen Ländern Europas an das Ende des 2. Weltkrieges in Europa. Da Gedenktage sich aufgrund ihrer hohen Zahl oft überlappen, so ist deutschlandweit in diesem Jahr der 8. Mai auch der Tag der Städtebauförderung. Zu Beginn der Online-Veranstaltung skizzierte Dr. Christiane Westphal von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen kurz die 50-jährige Geschichte des Förderprogramms, zu dem auch das Quartiersmanagement gehört.

Städtebau mit öffentlicher Unterstützung

Aus der 1971 eingeführten Förderung entstand Ende der 90er Jahre das bundesweite Programm «Soziale Stadt», seit 2019 «Sozialer Zusammenhalt», wie ihr Kollege Sören Bott erläuterte. Ein wesentlicher Unterschied beim neu aufgelegten Programm: Sozio-integrative Projekte erhalten einen größeren Schwerpunkt. Auf Deutsch, es werden mehr Projekte gefördert, die Menschen zu Gute kommen, ohne dabei die Infrastruktur zu vergessen. In Neukölln allein entstanden dieses Jahr drei neue Quartiersmanagementgebiete, das QM Harzer Straße ist eines davon. Des freute den Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste, Jochen Biedermann, der sich schon seit Längerem für die Entstehung des QM-Gebiets eingesetzt hatte. Er unterstrich die Motivation der Gastgeber: «Das Team brennt» meinte er, bevor er ein gutes Gelingen wünschte und an das QM-Team übergab.

Die Anwohnenden sind die Expert:innen

Ein Rückblick machte auch das QM-Team und erinnerte an die Dimension der «Sozialen Stadt»: rund 430 Millionen Euro in Berlin allein. Aktuell gibt es 32 QM-Gebiete in Berlin, neun davon in Neukölln, das sind knapp 30 Prozent. Ihr Ansatz bei ihrer Arbeit: Die Menschen, die im Gebiet wohnen, sind die Experten. Und um diese mitwirken zu lassen gibt es zwei Instrumente: die Aktionsfondsjury und den Quartiersrat. Für die Jury bewarben sich rund 60 Leute, siehe dieser Artikel (Verlinkung), das rege Interesse war auch den 8.000 Flyern geschuldet, die das QM dank seines Partners Kubus verteilen konnte. Der Quartiersrat, der über finanziell größer dimensionierte Projekte entscheidet, wird im Oktober konstituiert.

Die Meilensteine des QM Harzer Straße

Weitere Meilensteine sind im September die Auftaktveranstaltung, der große Brocken, das sogenannte IHEK, oder integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept für das Gebiet, wird bis Juni 2022 erstellt. Das wird die Basis bilden für die Arbeit des QMs Harzer Straße und soll auch die Handschrift der Anwohnenden und Engagierten im Kiez tragen. Das QM-Team sieht sich also als Spiegel des Viertels und bedauert, dass aufgrund der Pandemie die Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt sind. Dafür gibt es aber immer die Möglichkeit zum kontaktlosen Austausch per Mail, Telefon oder mit Fenstergesprächen. Und seit dem 17.05.2021 kann jeder auch im QM Büro kostenlos ein Lastenfahrrad ausleihen. Denn gewisse Sachen, wie Transporte, lassen sich nicht virtualisieren.