Schnäppchen & Schätze

Fotos: Birgit Leiß / Webredaktion

Sabine Seigfried mit Quartiersmanagerin Vanessa Machowetz (v.l.n.r)

Rund 40 Stände waren an diesem Samstag auf dem Parkplatz des nahkauf am Kiehlufer aufgebaut. Es waren ausschließlich Menschen aus der Nachbarschaft, die hier verkauften. „Es ist unglaublich, was sich in 15 Jahren in der Wohnung ansammelt!“ seufzte eine junge Frau, die sich umzugshalber von einigen Dingen trennen wollte. Unter anderem im Angebot: Teller und Tassen, eine Kaffeemaschine, Ohrringe für 1 Euro und eine Bettflasche aus Omas Zeiten. Ihr Standnachbar wollte vor allem Kinderkleidung loswerden. Er war zum 1. Mal mit dabei. „Schöne Atmosphäre“, meinte er. 

Second Hand ist nachhaltig

Schon kurz nach Beginn um 11 Uhr kam ein Schwung von Kaufwilligen. Da waren viele Händler*innen noch mit dem Ausräumen ihrer Schätze beschäftigt. Einige der Besucher*innen wollten vielleicht dem angekündigten Regen zuvor kommen. Doch Nachbarin Sabine Seigfried, die den Flohmarkt seit 16 Jahren ehrenamtlich organisiert, blieb optimistisch: „Heute bleibt’s schön!“ Im letzten Jahr hatte es geregnet und gestürmt. Tatsächlich blieb es diesmal bis kurz vor Schluss trocken. Und so konnte gestöbert, gefeilscht und geplaudert werden. Über den Sinn und Zweck von Airfryern und Popcornmaschinen, über französische Kinderbücher und Riesen-Rucksäcke („damit war ich 2012 in Bali“) kam man ganz wunderbar miteinander ins Gespräch. Für einige Aufmerksamkeit sorgte eine Merkel-Maske. „Hoffentlich werd’ ich die mal los“, meinte die Händlerin. „Wir haben so viele Spielsachen, das ist doch schade, das alles wegzuschmeißen“, sagte eine Familie. Second Hand zu kaufen schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Bratwurst für 1 Euro und book bags aus dem Altkleidersack

Michael Lind, Inhaber des nahkauf hatte wie immer den Parkplatz zur Verfügung gestellt. Außerdem verkaufte er mit seinem Team Bratwürstchen für 1 Euro. Seine Devise: „Es muss ja nicht immer teuer sein“. Neben Gebrauchten gab es auch zwei Kunsthandwerkstände. Eine Anwohnerin hatte Büchertaschen aus Stoff im Angebot. „Den habe ich aus einer Tüte mit Kleidung, die ich auf der Straße gefunden habe“, erzählte sie. Eine andere Frau verkaufte selbstgemachte Haarbänder.

Ein zweiter Flohmarkt im Herbst

Der Flohmarkt wurde auch in diesem Jahr mit einem Zuschuss aus dem Aktionsfonds unterstützt. Im Herbst wird es einen zweiten Termin geben. „Das ist ein Wunsch aus der Anwohnerschaft, die Aktionsfonds-Jury hat zugestimmt“, erklärt Quartiersmanagerin Vanessa Machowetz.