Feiermeile Elsenstraße

Fotos: Jens Sethmann

Bei Festtagswetter und in bester Feierlaune kam (fast) der ganze Harzer Kiez an diesem Freitagnachmittag auf die Elsenstraße. Das 11. Harzer Kiezfest stand unter dem Motto „Vielfalt verbindet, gemeinsam stark“. „Ihr alle seid es, die den Harzer Kiez lebendig machen!“ begrüßte Quartiersmanagerin Vanessa Machowetz die Besucherinnen und Besucher. Das Fest wurde im Auftrag des Quartiersmanagements von der Roho UG auf die Beine gestellt – mit kräftiger Unterstützung der Kiezfest-AG, zu der die Hans-Fallada-Schule, Tandem BTL, Kubus und Nahkauf Lind gehören. 

Musikalische Weltreise

Traditionell enterten zuerst die Musik-AGs der Hans-Fallada-Schule mit Percussion, Gesang und Tanz die große Bühne. Das musikalische Programm war wie eine Reise um die Welt: Bands mit argentinischen, deutschen, griechisch-armenischen, afro-kubanischen und kongolesischen Wurzeln begeisterten das Publikum und brachten den Kiez zum Tanzen.

Viele Jugend- und Bildungseinrichtungen, soziale Träger, Vereine und Initiativen aus dem Kiez säumten mit ihren Ständen die Festmeile zwischen Harzer Straße und Kiehlufer. Für Kinder gab es jede Menge Angebote zum Spielen, Basteln, Malen und Mitmachen. Die Streetplayers hatten Bälle, Springseile, Balancierbretter und Streethockeyschläger mitgebracht. Das Kulturlabor Trial & Error lud zum Mülltrenn-Basketball ein: Symbolische Abfallstücke mussten in den richtigen Eimer geworfen werden. Bei Kubus konnte man um die Wette Nägel in einen Balken hämmern, während die Kiezakademie zu einer Akkuschrauber-Challenge herausforderte.

„Kiez-Kräpps“ und Nackensteaks

Hunger und Durst musste niemand leiden. Viele Stände boten Selbstgebackenes gegen eine Spende an. Die Kinder der Eduard-Mörike-Schule hatten mit Kuchen, Waffeln, Salaten und Popcorn ein außerordentlich breites kulinarisches Angebot. Bei den „Kiez-Kräpps“ von Kubus bildeten sich zeitweise ebenso lange Schlangen wie bei den Würsten und Nackensteaks vom Nahkauf-Grill. Der Supermarkt-Inhaber Michael Lind hatte seinen Parkplatz auch für zwei Hüpfburgen freigemacht. 

Mal in einem Polizeiauto sitzen und das Blaulicht einschalten – diesen Traum konnten sich Kinder am Stand der Polizei erfüllen. Auch das Deutsche Rote Kreuz erlaubte einen Blick in einen Rettungswagen.

Harzer Kiez als Zuhause für Erdenbürger

Das Kinder- und Jugendbüro Neukölln lud junge Menschen zur U16-Wahl ein und war mit Stimmzetteln, Wahlkabine und Wahlurne vor Ort. Lustige Bürokratie gab es bei der „Erdenbehörde“ vom Caravan of Ideas: In diesem komplett aus Pappe gebauten Amt konnte man die Erdenbürgerschaft beantragen. Nachdem man stilecht eine Wartenummer gezogen hat, bei seltsam gekleideten Beamten einen Antrag ausgefüllt hat und sich in einem „Smilomat“ ein handgezeichnetes Passbild anfertigen ließ, bekam man einen mit vielen Stempeln und Siegeln verzierten Erdenbürger-Pass, der mit einem gesungenen „Welcome to the earth“ überreicht wurde.

„In Neukölln findet die Welt ein Zuhause“, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel in einer kurzen Ansprache. Er freute sich, dass auf dem Harzer Kiezfest die verschiedensten Menschen miteinander in Kontakt kommen. „Wir können das friedliche soziale Miteinander real werden lassen“, so Hikel.

Webredaktion

Das QM-Projekt „Harzer Kiezfeste“ wird durch das Programm Sozialer Zusammenhalt" gefördert.