„Wir gehören zu dieser Stadt“
Am 11. Februar wurde im Gemeinschaftsraum von Vita Domus am Kiehlufer ein großes, buntes Wandbild eingeweiht. In den letzten Wochen haben die Kinder aus den Wohnungsloseneinrichtungen von Vita Domus und "Der Teupe“ unter Anleitung des Projekts "Zuhause im Harzer Kiez" aus verschiedensten Stoffen eine bunte Unterwasserwelt mit Fischen, Kraken, Quallen, Seetang, Korallen und einem Wal geschaffen. Die beiden großen Stoffbahnen verschönern nun eine Wand im Gemeinschaftsraum der Einrichtung. Zur Feier des Tages haben die Kinder für sich und für Gäste frische Waffeln gebacken.
Hoher Bedarf an sinnvoller Beschäftigung in den Nachmittagsstunden und am Wochenende
Gleichzeitig haben die Kinder schon die nächsten kreativen Projekte in Angriff genommen. Sie haben mit Begeisterung leere Konservendosen und Tetrapacks bunt bemalt und zu Vogelfutter-Stationen umfunktioniert. Mit einer Wäscheklammer als Landehilfe für Spatz, Meise & Co. und befüllt mit Streufutter für die Winterfütterung wurden die Büchsen draußen aufgehängt. Außerdem wurden Fotos von bisherigen Bastelaktionen und Ausflügen in einem Bilderrahmen zusammengestellt.
Der wöchentliche Bastelnachmittag ist Teil des Projekts „Zuhause im Harzer Kiez“, das von Teresa Wagner und Claire Chaulet vom Verein NeNa (Netzwerk Nachsorge) geleitet wird. Der Träger verfügt bereits über Erfahrung in der Umsetzung von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche in verschiedenen Unterkünften im Bezirk Neukölln
Im September 2025 ist das Projekt in den Wohnungslosenunterkünften im Harzer Kiez gestartet. Dort leben viele Kinder und Jugendliche unter beengten Wohnverhältnissen, es gibt wenig Platz zum Spielen und um andere Kinder zu treffen. Nach dem Schulschluss, bzw. nach der Betreuung im Hort sind die jungen Bewohner*innen sehr isoliert. „Da gibt es einen hohen Bedarf an sinnvoller Freizeitbeschäftigung“, sagt Teresa Wagner. „Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass es hier immer mittwochs ein Bastelangebot gibt.“ Meist kommen 15 bis 20 Kinder, manchmal sogar 30.
Raus aus der Isolation
Ziel des Projekts, das vom Quartiersmanagement Harzer Straße gefördert wird, ist es, die Kinder aus der Isolation herauszuholen und ihnen soziale Teilhabe im Quartier zu erleichtern. Deshalb gehen Teresa Wagner und Claire Chaulet mit ihnen auch raus in den Harzer Kiez und besuchen zum Beispiel die Freizeiteinrichtung Wilde Rübe. Die neu angekommenen Familien kennen die Angebote in der Nachbarschaft oft nicht und finden deshalb allein kaum Zugang. Das Projekt trägt dazu bei, dass die Kinder und Jugendlichen den Kiez und andere Orte in Berlin besser kennenlernen und sich auch später eigenständig im Kiez orientieren können. Die beiden Projektmitarbeiterinnen unterstützen die jungen Bewohner*innen darin, erste Kontakte mit den Einrichtungen im Quartier zu knüpfen und ihren Bewegungsspielraum zu erweitern.
Wenn das Wetter wieder freundlicher wird, sollen auch die Bewegungsangebote im Freien wieder starten. Schon im Herbst haben die ersten Jungs bei den Nachmittagen auf dem Bolzplatz eine Anbindung an einen Fußballverein gefunden, wo sie nun am Training teilnehmen. Gemeinsam mit den Kindern wird beraten, welche Angebote besonders beliebt sind.
Die Kinder sind auch mit selbstgestalteten Fahnen beim Karneval für die Zukunft mit durch Neukölln gezogen. Und auch auf dem Harzer Kiezfest hatten sie einen eigenen Stand. Teresa Wagner und Claire Chaulet möchten den Kindern das Gefühl geben: Wir gehören zu dieser Stadt.
Webredaktion














